Silke Sturm

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Biologisches Alter, epigenetische Uhren und MOTS-c

Die Folge erklärt den Unterschied zwischen chronologischem und biologischem Alter und zeigt, wie Blutwerte, Funktionstests und epigenetische Uhren wie Horvath und DunedinPACE das Altern messbar machen. Außerdem geht es um Fasten, die Chancen und Risiken von Peptiden und das mitochondriale Signalpeptid MOTS-c als spannenden, aber noch experimentellen Longevity-Ansatz.

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Chapter 1

Biologisches Alter und die Langlebigkeitstests

Susi

Willkommen bei Die Zellgenossen! Und heute fangen wir mal ganz anders an. Stell dir vor, du drückst auf Play und hörst das hier: "Ich bin ein Drugs, ja Leben wird faster Wenn ich mal wieder denk, dass ich bald nüchtern bin, bin ich schon fucked up Weil ich..." Ja, das Leben wird "faster", die Zeit rennt uns davon! Aber heute fragen wir uns: Rennt unsere biologische Uhr eigentlich genauso schnell wie die Zeit auf dem Papier? Sam, wie alt bist du eigentlich wirklich?

Sam

Auf dem Papier bin ich sechzig, Susi. Aber meine Zellen erzählen hoffentlich eine ganz andere Geschichte. Das ist nämlich der feine Unterschied: Das chronologische Alter ist einfach nur die Anzahl der Erdumrundungen seit deiner Geburt. Das biologische Alter hingegen zeigt, wie abgenutzt deine zellulären Maschinen, deine Organe und dein Stoffwechsel tatsächlich sind.

Susi

Also quasi der Unterschied zwischen dem Baujahr eines Autos und dem tatsächlichen Zustand des Motors? Wenn ich den Wagen schlecht pflege, sieht er nach fünf Jahren aus wie nach fünfzehn.

Sam

Genau das ist das perfekte Bild. Und die moderne Longevity-Medizin versucht diesen Motorzustand über ein Stufenmodell zu messen. Das geht von einfachen Lebensstil-Fragebögen über klassische Blutwerte bis hin zu hochkomplexen epigenetischen Uhren und der Proteomik.

Susi

Lass uns diese Stufen mal durchgehen. Im Alltag hört man ja oft von "PhenoAge". Das basiert doch auf ganz normalen Laborwerten, die man ohnehin beim Arzt bestimmen lassen kann, oder?

Sam

Richtig. PhenoAge nutzt einen Algorithmus, der aus neun klinischen Blutwerten berechnet wird. Da geht es um Marker wie Albumin, Kreatinin, Glukose, das Entzündungszeichen CRP und bestimmte Immunzellen. Wenn diese Werte chronisch schlecht sind, läuft dein biologischer Motor heiß -- selbst wenn du laut Geburtsurkunde noch jung bist.

Susi

Verstehe. Also Entzündungen und Blutzuckerwerte als direkter Spiegel des Verschleißes. Aber wie sieht es mit den echten Härtetests aus? Den körperlichen Funktionstests?

Sam

Die sind oft am ehrlichsten! Deine maximale Sauerstoffaufnahme, also die VO2max, deine Handkraft oder wie gut du auf einem Bein balancieren kannst. Muskeln sind schließlich ein hochaktives Stoffwechselorgan. Wenn deine Muskelkraft im Keller ist, alterst du metabolisch viel schneller. Man kann sagen: Krafttraining ist eine der mächtigsten, nicht-pharmakologischen Longevity-Therapien überhaupt.

Susi

Das motiviert mich direkt, heute Abend die Hanteln in die Hand zu nehmen! Aber jetzt müssen wir über die High-Tech-Ebene sprechen. Die epigenetischen Uhren. Da wird es doch richtig wissenschaftlich, oder?

Sam

Oh ja. Die bekannteste ist die Horvath-Uhr von 2013. Sie analysiert die DNA-Methylierung an exakt 353 spezifischen Stellen im Erbgut. Das sind winzige chemische Schalter, die festlegen, welche Gene abgelesen werden und welche stumm bleiben. Mit dem Alter verändert sich dieses Muster ganz charakteristisch.

Susi

353 Stellen im Genom! Das ist ja wie ein mikroskopischer Kilometerzähler. Und gibt es nicht auch etwas, das misst, wie schnell wir im Moment altern?

Sam

Ja, die sogenannte "DunedinPACE"-Uhr. Die misst quasi nicht den aktuellen Kilometerstand, sondern das aktuelle Tempo auf dem Tacho. Sie zeigt an, wie viele biologische Monate du pro chronologischem Jahr alterst. Und das Spannende ist: Dieses Tempo können wir durch unseren Lebensstil aktiv drosseln!

Susi

Zum Beispiel durch Fasten? Man hört ja immer wieder von dieser "Fasting-Mimicking Diet", also dem Scheinfasten.

Sam

Genau. Eine Studie in Nature Communications aus dem Jahr 2024 konnte zeigen, dass wiederholte Zyklen einer solchen scheinfastenähnlichen Diät die biologischen Altersmarker und Leberwerte signifikant verbesserten. Aber Vorsicht: Solche extremen Fastenprotokolle sind nichts für jeden, besonders nicht bei Vorerkrankungen. Da muss man immer individuell hinschauen.

Chapter 2

Peptidforschung und das mitochondriale Signal MOTS-c

Susi

Das bringt uns perfekt zur nächsten Stufe. Wenn wir unsere biologischen Uhren positiv beeinflussen wollen, stoßen wir in der Longevity-Szene unweigerlich auf ein extrem heiß diskutiertes Thema: Peptide. Aber Sam, da müssen wir erst mal aufräumen, oder? Was ist der Unterschied zwischen einer echten Therapie und dem, was man im Netz findet?

Sam

Ein ganz wichtiger Punkt, Susi. Wir müssen hier messerscharf trennen. Es gibt auf der einen Seite etablierte, zugelassene Peptid-Medikamente wie Insulin oder die bekannten GLP-1-Rezeptor-Agonisten zur Gewichtsreduktion. Und auf der anderen Seite haben wir experimentelle Substanzen aus der Forschung. Viele dieser "Longevity-Peptide" werden online als "Research Use Only" verkauft. Die FDA warnt hier ausdrücklich vor Verunreinigungen, Nebenwirkungen und fehlenden Langzeitdaten am Menschen.

Susi

Also kein unüberlegter Selbstversuch im stillen Kämmerlein. Aber die Biologie dahinter ist trotzdem faszinierend. Vor allem dieses eine Peptid namens MOTS-c. Was genau verbirgt sich hinter diesem kryptischen Namen?

Sam

MOTS-c ist ein absoluter Geniestreich der Natur! Es ist ein winziges Peptid aus nur 16 Aminosäuren, das direkt in der DNA unserer Mitochondrien codiert ist. Mitochondrien sind ja nicht nur die Kraftwerke unserer Zellen, sie sind auch Kommunikationszentralen. Und MOTS-c ist ein Signalstoff, den sie aussenden, um den gesamten Stoffwechsel zu steuern.

Susi

Ein hormonartiges Signal direkt aus den Kraftwerken! Und was bewirkt dieses Signal, wenn es in der Zelle freigesetzt wird?

Sam

Es aktiviert unter anderem AMPK. Das ist der zentrale Energiesensor und "Langlebigkeits-Schalter" der Zelle. In Studien an Mäusen blockierte MOTS-c die Entstehung von Insulinresistenz und Fettleibigkeit, selbst bei einer extrem fettreichen Ernährung. Es wirkt fast wie ein chemischer Sport-Ersatz, weil es den Muskeln hilft, Glukose effektiver zu verbrennen.

Susi

Ein "Sport-Ersatz"? Das klingt ja fast zu schön, um wahr zu sein. Aber wir wissen ja, dass Mäuse keine kleinen Menschen sind. Was sagt denn die klinische Forschung am Menschen zu MOTS-c?

Sam

Da stehen wir noch ganz am Anfang. Es gibt erste registrierte klinische Studien, wie eine Phase-2a-Studie, die die Wirkung von MOTS-c auf die Insulinsensitivität bei Menschen mit Prädiabetes untersucht. Aber solide Sicherheitsdaten fehlen uns noch völlig. Deshalb: bitte nicht blind anwenden!

Susi

Also ein faszinierendes Forschungsfeld, aber wir sollten erst mal bei den Grundlagen anfangen. Wie passt das denn mit den klassischen Gentests zusammen, die man machen kann? Wenn ich zum Beispiel meine "Super-7"-Gene kenne?

Sam

Das greift perfekt ineinander! Wenn du weißt, wie deine Gene wie MTHFR, COMT oder NOS3 aufgestellt sind, verstehst du, wo deine individuellen Engpässe liegen. Wenn dein NOS3-Gen für die Durchblutung zum Beispiel eingeschränkt arbeitet, oder dein Entgiftungssystem über GST und GPX langsamer läuft, dann nützen dir die wildesten Peptide nichts, wenn das Fundament wackelt. Erst die genetische Landkarte verstehen, dann den Lebensstil anpassen, und die Forschung als spannenden Ausblick im Auge behalten!

Susi

Ein wunderbares Schlusswort für unsere heutige Reise in die Tiefen der Epigenetik und Peptidforschung. Und damit übergebe ich das Wort für unseren feierlichen Abschluss.

Sam

Ich danke Euch herzlich für das Einschalten meines Podcastes. Dieser Podcast dient rein informativen Zwecken, um Euch auf dem laufenden zu halten, was Eure Gesundheitsprävention angeht, immer in Bezug: Supplementierung, Peptide und Gentests. Coole Stoffwechsel Gentests gibts in der Praxis: Zellvita.de und auf meiner Seite findet Ihr super Forschungspeptide und Supplements für Eure Prävention. Ich freue mich über positive Bewertungen und natürlich über ein Abo. Danke Eure Silke von Zellvita.